„Ich fühle mich, als wäre ich unerwünscht“
Mein Name ist… und ich bin…
Immernoch 8. Tag – Gestern habe ich euch einen Charakter vorgestellt, der euch die gesamte Geschichte lang begleiten wird, dessen Gedanken ihr kennenlernen werdet. Da aber für diese Geschichte auch noch weitere Charaktere wichtig sein werden zum Beispiel die andern beiden Jugendlichen, die Auserwählt wurden, werde ich euch diese zunächst vorstellen, beginnend mit einer weiblichen Person: Jenna Somerville. Um nicht lange darum herum zu reden, werde ich euch jetzt einfach diese Person vorstellen:
Könnt ihr euch das vorstellen, wie es ist, von daheim wegzulaufen? Daheim unerwünscht zu sein, und ziemlich früh auf den eigenen Beinen stehen zu müssen? Sich ständig mit seinen Eltern streiten zu müssen? Ich denke, das möchte sich keiner vorstellen. Aber leider ist das so bei mir. Seitdem ich 12 bin, weiß ich, dass meine Eltern nicht meine Eltern sind. Von da an, wusste ich, dass ich meine richtigen Eltern kennenlernen möchte. Das aber, haben sie mir leider verwehrt. Außer meinem Namen habe ich nichts, was mich an meine richtige Mutter oder meinen richtigen Vater erinnert. Seitdem ich erfahren habe, dass ich adoptiert bin, gibt es immer mehr Stress daheim. Und das ist eigentlich schade, denn ich habe einen kleinen Adoptivbruder, der ist gerade drei geworden, den liebe ich wirklich über alles. Für ihn würde ich viel machen. Ich war endlich so froh, auch mal ein kleines Geschwisterchen zu haben, auch wenn er kein leiblicher Bruder ist. Aber ihr müsst euch das mal so vorstellen: Ihr erfahrt, dass ihr adoptiert seid und dann fragt ihr euch, wer mit euch verwandt sein könnte. Es könnte jeder Mensch sein und ihr wisst es nicht. Und ihr fragt euch, wie es ist Geschwister zu haben, ihr könntet ja welche haben? Aber nun kriegt ihr einen Adoptivbruder, dann denkt ihr darüber anders. Vor Allem aber hat sich mir immer die Frage gestellt: Warum haben mich damals meine Eltern weggeben? Diese Frage wollte ich unbedingt beantwortet haben, habe aber leider nie die Antwort gefunden. Nachdem meine Adoptiveltern nicht helfen wollten, das war mit ungefähr 13 Jahren, da bin ich das erste Mal von daheim weggelaufen. Ich wollte unbedingt etwas herausfinden. Und das zwang mich sozusagen auch dazu erwachsen zu werden, zu früh erwachsen zu werden. Nachdem ich dann drei Monate später wieder aufgetaucht war, waren meine Eltern außer sich vor Wut und fragten mich, was ich mir überhaupt denke wegzulaufen. Als ich zum zweiten Mal weggelaufen bin, und wiederkam, das war ein Fehler - aber was sollte ich machen, ich hatte weder Geld noch Essen oder Kleidung – schickten sie mich das erste Mal in ein Ferienlager, aber kein gewöhnliches, nein, gleich eins für schwererziehbare Kinder. Als wäre ich eine zu große Last für sie. Sorgen machten sie sich doch sowieso keine, nur das sie Probleme mit dem Gesetz kriegen könnten. Das fing genau da an, als ich einen kleinen Bruder bekam – sie hatten mich adoptiert, weil sie dachten sie könnten keine Kinder kriegen. Seitdem bin ich ihnen egal geworden. Heute bin ich 17 Jahre alt und seitdem war ich schon vier Mal in so einem Ferienlager, aber genützt hat es nichts. Ich rebelliere gegen sie, meinten sie. Sie verstehen mich einfach nicht, bis heute nicht und was anderes als wegzulaufen fiel mir nicht ein. Das Einzige was mich immer wieder zurückzieht, ist mein Adoptivbruder – ich kann ihn einfach nicht alleine lassen. Sein Name ist Thomas, aber ich nenne ihn einfach Tommy. Meine Eltern und mein Bruder leben in der Nähe von Denver, in einem kleinen Ort, ich hingegen fühle mich dort kaum zu Hause. Es gibt einfach nichts, was mich dort hält. Stattdessen zieht mich etwas von hier weg, während mich etwas magisch von woanders anzieht, wie ein Magnet. Und seitdem ich dieses Gefühl habe, und denke es könnten meine Eltern sein, so laufe ich, laufe um mein Leben – auch wenn ich einfach hoffe, sie zu finden, weil ich nicht weiß, wo ich hin soll – ich mich fühle, als wäre ich unerwünscht, und dass möchte ich nicht mehr. So beginnt also meine Geschichte, das sollte man wissen, um zu wissen wie ich bin. Aber trotzdem habe ich nicht gerade das Glück in die Hände gelegt bekommen. Ich bin seitdem ich erfahren habe, dass ich adoptiert bin, ziemlich alleine. Die Leute, die sich mit mir abgeben, geben sich nur mit mir ab, weil ich mehr als wunderschön bin. Damit sie mit mir angeben können – oder damit Frauen von anderen Männern angesprochen werden. Was ihr denkt, das klappt nicht? Dann habt ihr das noch nie am eigenen Leib erfahren. Meine gertenschlanke Figur, meine schönen, langen, schlanken Beine und meine goldenen, lockigen, langen, blonden Haare ziehen meine Mitmenschen – aber vor Allem die Jungs - an. Während die Mädchen mich nur ausnutzen und hinter meinem Rücken über mich reden, schauen die Jungs mir alle hinterher und denken auch nicht mehr als an das Eine. Ich habe kaum Freunde, die zu mir halten. Und wenn, dann vergraule ich auch manchmal Menschen, weil ich ziemlich ehrgeizig bin, versuche zu erreichen was ich möchte und dabei ist es mir egal, ob jemand anders auf der Strecke bleibt – oder wenn sie mir etwas bedeuten, dann ganz einfach genervt und mit Misstrauen ihnen begegne. Aber ich sehne mir nichts mehr, als eine normale Familie und Freunde, denen ich Vertrauen kann. Durch mein Misstrauen habe ich mich der Welt auch ziemlich verschlossen, aber das zeige ich nicht nach außen. Deswegen handle ich auch so ehrgeizig und versuche für mich das Beste daraus zu machen. Ich hatte in meinem Leben nun wirklich genug Enttäuschungen. Also versuche ich nach außen die taffe, mutige, starke Jenna zu sein, die alle sehen wollen – die alles aushält und mitmacht. Und jetzt bin ich wieder auf dem Weg, weg von daheim. Mittlerweile möchte ich gar nichts mehr herausfinden, ich möchte einfach nur weg von allem – weg ein neues Leben anfangen. Aber wenn man das möchte, ja dann, gerade dann muss es ja passieren, dass sich das ganze Leben auf einen Schlag ändert, oder? Kann man sich das vorstellen? Als hätte ich nicht schon genug durchgemacht, als wäre ich nicht schon durch vieles gegangen, nein, jetzt beginnt erst der wahre Ernst des Lebens und nicht nur der, es beginnt ein ganz anderes neues Leben. Von nun an heißt es für mich – alleine sein und die Veränderungen zu meistern.
So hier habe ich nun für euch den zweiten Charakter vorgestellt, der sehr wichtig ist. Dieser wird euch auch noch sehr oft begegnen, also vergesst ihren Namen nicht!
Und morgen werde ich euch wieder eine andere Person vorstellen: Also seid gespannt, verfolgt meinen Blog mit und lest immer schön weiter! Dann werdet ihr nichts verpassen. Und ihr dürft mir auch gerne euer Feedback dazu geben. Ich würde mich freuen!
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Sehr schön (: Ich freu mich schon auf die nächste Vorstellung.
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